Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
Risikofaktoren sind bei Älteren für Effektivität von Influenzavakzinen relevant
Autor*in Studienreferat
Friederike Klein, München
Fazit
Mahrukh Imran vom Center for Outcomes Research & Epidemiology bei CSL Seqirus in Kirkland, (Kanada) und Koautor*innen berechneten stratifiziert nach der Zahl der Influenza-Risikofaktoren die relative Vakzineffektivität (rVE) des aTIV im Vergleich zum HD-TIV im Hinblick auf Influenza-bedingte medizinische Kontakte (engl. influenza-related medical encounters, IRME) während der Influenza-Saison 2019–2020 in den USA. Als sekundäre Endpunkte wurden Unterschiede in den ambulanten IRME und den stationären Aufnahmen wegen Influenza oder Pneumonie ausgewertet.
Die retrospektive Kohortenstudie umfasste über 65-Jährige, die zwischen dem 31. August 2019 und dem 31. Januar 2020 eine Influenzaimpfung mit einem der beiden Vakzine erhalten hatten. Angaben zu Exposition, Kovariablen, Risikofaktoren und den Endpunktereignissen entnahmen die Forschenden elektronischen Patientenakten der Datenbank Veradigm Network aus der hausärztlichen Versorgung und von spezialisierten Kliniken verknüpft mit Abrechnungsdaten (Komodo Healthcare Map). Die Auswertung der rVE erfolgte stratifiziert nach den Kategorien 0 Risikofaktoren, ≥ 1 Risikofaktoren, 2-3 Risikofaktoren und ≥3 Risikofaktoren. Als Risikofaktoren wurden entsprechend der Definition des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA gewertet: Asthma, neurologische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen, hämatologische Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, endokrine Erkrankungen, Herzerkrankungen und damit assoziierte Zustände, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, metabolische Störungen, Adipositas (≥40 kg/m²), Immunschwäche und durchgemachter Schlaganfall.
Ergebnisse
1.115.725 über 65-Jährige hatten im Untersuchungszeitraum eine aTIV, 2.561.718 eine HD-TIV erhalten.
Bei der Analyse aller IRME zeigte sich bei den Impflingen ohne Risikofaktor eine vergleichbare Wirksamkeit von aTIV im Vergleich zu HD-TIV (rVE: 5,2%; 95% Konfidenzintervall [KI] -5,9%–15,1%). In allen anderen Risikogruppen war die rVE mit aTIV im Vergleich zur HD-TIV höher und betrug bei ≥1 Risikofaktor 12,5% (95% KI 10,0%–15,0%), bei 1–2 Risikofaktoren 18,4% (95% KI 13,7%–22,9% und bei ≥3 Risikofaktoren 10,4% (95% KI 7,4%–13,3%].
Ähnliche Trends wurden für die sekundären Endpunkte berichtet. Die rVE für ambulante IRME lag für aTIV im Vergleich zur HD-TIV bei ≥1 Risikofaktor bei 13,2% (95% KI 10,5%–15,9%), bei 1–2 Risikofaktoren bei 19,0% (95% KI 14,1%–23,7%) und bei ≥3 Risikofaktoren bei 10,8% (95% KI 7,5%–14,1%), während die rVE bei über 65-Jährigen ohne Risikofaktoren mit 7,9% (95% KI -3,4%–17,9%) auf eine vergleichbare Effektivität der Vakzintypen in dieser Subgruppe hindeutete.
Für Influenza- oder Pneumonie-bedingte stationäre Behandlungen bei den geimpften über 65-Jährigen betrug die rVE der aTIV gegenüber der HD-TIV bei ≥1 Influenza-Risikofaktor 10,8% (95% KI 8,3%–13,2%), bei 1–2 Risikofaktoren 9,1% (95% Ki 1,9%–15,9%) und bei ≥3 Risikofaktoren 11,0% (95% KI 8,4%–13,6%). Auch hier ließ sich für die älteren Erwachsenen ohne Risikofaktoren keine Überlegenheit des aTIV gegenüber der HD-Vakzine zeigen (-4,4%; 95% KI -23,2%–11,6%).