Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
Verbesserte Influenza-Impfstoffe bewähren sich in der Routine
Autor*in Studienreferat
Friederike Klein, München
Fazit
Die Ergebnisse unterstützen die Aufnahme der verbesserten Influenzaimpfstoffe in Impfprogramme für ältere Menschen. Die Autor*innen berichten, dass in der zweiten Hälfte der ausgewerteten Influenzasaison ein Shift hin zu Influenza A(H3N2) beobachtet wurde – wahrscheinlich die Auswirkung der höheren Effektivität der Impfstoffe gegen Influenza A(H1N1) als gegen Influenza A(H3N2), erläutern sie.
Wie Hanne-Dorthe Emborg und Kolleg*innen vom Statens Serum Institut in Kopenhagen berichteten, wurden über 70-Jährige mit dem adjuvantierten quadrivalenten Impfstoff Fluad Tetra geimpft, 65- bis 69-Jährige mit einem Standarddosis-Impfstoff (Influvac Tetra oder Vaxigrip Tetra) und alle, die an einer zu diesem Zeitpunkt laufenden Studie teilnahmen, randomisiert entweder mit dem Hochdosisimpfstoff Efluelda Tetra oder einem der quadrivalenten Standarddosis-Impfstoffe.
In Dänemark wird empfohlen, bei allen Personen mit hohem Risiko und in einem Alter ≥65 Jahre bei Aufsuchen eines Hausarztes oder eines Krankenhauses mit Grippe-ähnlichen Symptomen einen PCR-Test auf Influenza A und B durchzuführen. Aufgrund der über eine persönliche Identifikationsnummer zu verknüpfenden Datenbanken im dänischen Gesundheitswesen ließen sich symptomatische Patient*innen mit und ohne bestätigte Influenza und mit und ohne Impfung in der entsprechenden Saison vergleichen.
Zur Bestimmung der Vakzineffektivität (VE) definierte das Forschungsteam als Fälle die Patient*innen, die positiv auf Influenza A oder B getestet wurden, und als Kontrollen diejenigen, die auf beide Influenzatypen negativ getestet wurden. Die VE wurde mit Hilfe eines Test-negativen Fall-Kontroll-Designs in einer Regressionsanalyse abgeschätzt (VE = [1 – Odds Ratio der Impfung zwischen Fällen und Kontrollen] x 100) und für das Alter in 5-Jahresschritten, Geschlecht, Testwoche und das Vorliegen chronischer Grunderkrankungen adjustiert.
Ergebnisse
Zwischen 1. Oktober 2024 und 4. März 2025 ließen sich 3.340 Fälle von Influenza A identifizieren, von denen 1.403 (42,0%) nicht stationär behandelt wurden. Hospitalisierte Patient*innen wiesen häufiger chronische Erkrankungen auf als nicht hospitalisierte (76,1% vs. 54,7%). Nicht hospitalisierte Fälle und Kontrollen waren häufiger geimpft als hospitalisierte Patient*innen (ambulante Fälle: 68,8%, ambulante Kontrollen: 69,7%; stationäre Fälle: 60,3%, stationäre Kontrollen: 59,0%).
Influenza B wurde nur bei insgesamt 50 Patient*innen festgestellt, sodass die Auswertung der VE für diese Subgruppe nicht möglich war.
Für Influenza A ergab sich insgesamt (ambulant und stationär versorgte Patient*innen) mit dem adjuvantierten Impfstoff eine signifikant bessere Wirksamkeit im Vergleich zum Standarddosisimpfstoff (VE 48% vs. 33%). Die VE des Hochdosisimpfstoffs im Vergleich zur Standarddosisvakzine war mit 50% über hospitalisierte und nicht-hospitalisierte Patient*innen hinweg ähnlich der des adjuvantierten Impfstoffs. Die separate Auswertung von ambulant und stationär versorgten Patient*innen ergab eine vergleichbare, signifikant verbesserte VE von adjuvantiertem und Hochdosisimpfstoff im Vergleich zum Influenzaimpfstoff in Standarddosis in beiden Gruppen.